Aufruf zur Solidarität mit aktiven und pensionierten LehrerInnen

Teheran, 30.09.2017(akhbarrouz-news)— Einige Bürgerinitiativen haben ihre Sorge über den Zustand der aktiven und pensionierten LehrerInnen in ihrem Aufruf kundgetan:

Liebe freiheitliebende Menschen, Liebe Landsleute,

Die Zahl der aktiven und pensionierten BeamtInnen der Islamischen Republik Iran beträgt mehr als neun Millionen. Außer einem sehr kleinen Bruchteil, die über astronomische Gehälter und Begünstigungen verfügen und im Ausland illegale Geschäfte mit staatlichem Kapital angehäuft haben, leiden die ArbeiterInnen, Angestellten, Freiberufler, Pensionisten und RentnerInnen im Iran unter finanzieller Not.

Die Mindesterhaltungskosten einer Familie pro Monat wurde mit 35 Millionen Rial berechnet, während der gesetzlicher Mindestlohn nur 9.3 Millionen Rial beträgt. Die Arbeitslosigkeit eskaliert. Der Vizearbeitsminister HAIDERI gab zu, dass nur 30% der Menschen arbeitsfähigem Alter tatsächlich eine Arbeit haben.

Nur 13% der Frauen haben eine Arbeit, während sie durchschnittlich 40% weniger als Männer verdienen. Kinderarbeit verbreitet sich katastrophal. Die iranische Statistikzentrale veröffentlicht die offizielle Zahl von 1,7 Millionen Kindern, die arbeiten. Dem widersprechend äußerte sich eine Kinderrechtlerin im Radio Deutschewelle am 12.06.2017, dass es sieben Millionen Kinder sind. Diese Kinder arbeiten in Ziegelfabriken, als Straßenverkäufer, Teppichknüpferinnen, Haushalthilfen, Bettler, Drogenboten, in der Prostitution. Die Kinder sind die billigsten Sexualobjekte.

Laut ILNA Nachrichtenagentur tragen 8000 Menschen zu Fuß Waren für Schmugglerhaie über die Berge in und aus dem benachbarten irakischen Kurdistan. Während der Parlamentsabgeordneter KHEZRI die Zahl dieser illegalen Warenträger mit 80.000 schätzt. Zu einem Hungerlohn!

Vize Staatspräsident DJAHANGIRI sagte am 18.09.2017, dass elf Millionen IranerInnen in Slums der Großstädte leben.

Der Gesundheitsminister der Islamischen Republik Iran hat zugegeben, dass 30% der Menschen im Iran sich nicht einmal genug Brot leisten können.

Der Parlamentsabgeordneter Mohammad VAHDATI sagte am 11.05.2017, dass wegen Arbeitslosigkeit, Armut, Drogensucht und Ähnlichem jede zweite Ehe im Iran geschieden wird. Der Zerfall der Familien und die Gier derjenigen Mullahs, die Kurz-Ehen (Sigheh) predigen, hat die islamische Prostitution (Sigheh) von armen Iranerinnen über die Grenzen in den Nachbarländern verbreitet.

Drogensucht, Selbstmord, Elitenwanderung, Kapitalflucht eskaliert. Nach der hohen Kapitalflucht der extrem reich gewordenen Machthaber und den Insolvenzmeldungen ihrer Firmen gehen nun zehntausende Kleininvestoren auf die Straße und protestieren. Millionen von ArbeiterInnen leiden unter zurückgehaltenen Lohnauszahlungen. Die ArbeiterInnen, die Ihre Gehälter verlangen werden von motorisierten Exekutivkräften mit Baton und Tränengas bekämpft, wie jüngst in den Industriegebieten Arak, Hepko Fabrik und Azarab. Die Reformisten mit ihren befristeten Werksverträgen haben eine Beschäftigungssicherheit im Iran zu Grabe getragen.

Die Pensionisten und RentnerInnen sind am 15.09.2017 auf die Straße gegangen und haben geschrien „Wir sind hungrig und unzufrieden mit der Wahl der Scheinreformisten“.

Gegen diese Ungerechtigkeit haben die LehrerInnen-Gewerkschaft und Vertreterinnen der Pensionisten und RentnerInnen für 04.10.2017 zu landesweiten Proteste aufgerufen und vorab gesagt, dass das islamische Regime mit aller Kraft gegen sie vorgehen wird – „ wir lassen nicht zu, dass unsere Stimme weiterhin stillgelegt wird.“

 

 

21.11.17 23:34, kommentieren

Ausgepeitscht nach der Abschiebung in den Iran

Teheran, 30.09.2017(mena-watch.com)-- „Die iranische Asylbewerberin Leila BAYAT, die am 8. März 2017 aus Norwegen abgeschoben wurde, hat in Teheran 80 Peitschenhiebe erhalten. Während der Prüfung ihres Asylantrags erkannten die norwegischen Behörden die Unterlagen, die Leila BAYATs Auspeitschungsurteil dokumentierten, nicht an und verwarfen ihren Antrag.

Der Direktor und Sprecher von Iran Human Rights (IHR) Mahmood AMIRY-MOGHADDAM erklärte, ‚es ist bedauerlich, dass die Behörden eines Landes wie Norwegen, das für seine Respektierung der Menschenrechte und insbesondere der Frauenrechte bekannt ist, einer Frau, die ihrer Auspeitschung entkommen war, kein Asyl bot und sie in den Iran abschob. In diesem Fall haben die norwegischen Behörden ihre rechtliche und menschliche Pflicht nicht erfüllt. Bestenfalls haben sie sie in den Iran abgeschoben, obwohl sie bezüglich des Auspeitschungsurteils ernsthafte Zweifel hatten. Es gab jede Menge Belege dafür, dass Leila tatsächlich verurteilt worden war, doch die norwegischen Behörden ignorierten sie.’

‚Ich trug ihnen (den norwegischen Behörden) die genauen Einzelheiten meines Falls vor, doch siebenmal wurde ich abgewiesen. Sie behaupteten, das Urteil, der Haftbefehl, die Zeugenaussage meines Anwalts und alles, was ich ihnen sonst vorlegte, seien Fälschungen und mein Fall sei ein Schwindel. Sie sagten, ihr Experte an der norwegischen Botschaft im Iran habe die Dokumente untersucht und erklärt, ein derartiges Urteil würde im Iran niemals ausgeführt. Schließlich trennten sie mich von meinem dreizehnjährigen Sohn und schoben mich in den Iran ab’, so Leila IHR gegenüber.“ 

 

2.11.17 00:56, kommentieren